mein neues Büro

Manche von euch glauben ja, dass ich mit diesen Newslettern meinen Lebensunterhalt bestreite.

Das ist vollkommen richtig.
Und die Zeit zwischen den Newslettern ist die Zeit, die ich für einen neuen Newsletter benötige. Wäre ich ein Baum, die Newsletter wären meine Jahresringe.

Jetzt läuft es so gut, ich habe seit zwei Monaten einen Tesla, den ich noch überhaupt nicht gebraucht habe, außer, dass ich vorgestern einen Kugelschreiber vom Beifahrersitz geholt habe. Und ich habe ein eigenes Büro.
Okay, das mit dem Tesla stimmt nicht, aber das Büro befindet sich im Karoviertel, Hamburg St. Pauli, eine Gegend, die ich zutiefst verabscheue und gleichzeitig sehr schätze. Ich mag selten hin, bin aber doch häufig dort.

Machen wir eine kurze Büro-Tour!

Das Büro befindet sich auf der Fläche eines ehemaligen Schlachthofs und ist ein ausgebauter Schweinestall, in dem die Schweine in blauem UV-Licht auf ihre Schlachtung warteten.

Das ist keine schöne Geschichte, gerade wenn manchmal, in Momenten der Stille, ich das Quiken dieser Schweine zu hören glaube, dann aber feststelle, es ist Pizza-Michi, der einen guten Einfall hatte. Mit Pizza-Michi teile ich mir das Obergeschoss. Pizza-Michi heißt Pizza-Michi weil er das Marketing bei Gustavo Gusto macht, eine Tiefkühl-Pizza, benannt nach dem italienischen Bruder von Gustav Gans, deren Kauf von der Krankenkasse übernommen wird (großes Ziel). Er ist oben auf dem ersten Bild rechts. Hallo.

Das Untergeschoss wird von einer Werbeagentur okkupiert.
Ich schreibe okkupiert, weil ich auch Leser in der Schweiz habe und ihnen damit zeigen möchte, dass ich an sie denke. Hallo Leute, ich denke an euch. In der Schweiz wird zum Beispiel nicht gegrillt, sondern grilliert, aber das nur nebenbei, eine Kleinigkeit für euren Wortschatz, auf der Reise, die ihr Leben nennt.

Im Untergeschoss, von den Agenturleuten, weiß jeder, wie man die Siebträgermaschine in der Küche bedient, um sich einen Cappucino zu machen, das finde ich erstaunlich.

Latte Art kann jedoch keiner von ihnen. Kulturlose Werbeschweine!

Es gibt hier jedoch auch bauliche Mängel, die ich trotz allen Glanzes nicht verschweigen möchte. Auf dem Männerklo ist ein Pissoir, direkt neben dem WC.

Fällt euch was auf? Nein?

Wenn ich auf dem WC sitze und mich bewege, den Kopf, die Hände und das auch nur ganz leicht, geht sofort die Spülung des Pissoirs, immer wieder. Wenn ich mich aber gar nicht bewege, wie festgefroren verharre, dann geht das Licht aus. Was soll ich tun?
Ich habe bereits überlegt, mich seitlich auf das WC zu setzen, so ein Quatsch.
Mein Ziel: Im Dunkeln versuchen, das Pissoir zum Spülen zu bringen, ohne dass das Licht angeht.

Der Eingang zum Bürogelände wurde neu gemacht.
Zuerst war 1 Handwerker damit beschäftigt, einen Teil aus der Mauer rauszubrechen, anschließend wurde diese Lücke wieder von 2 Maurern, bis auf einen Spalt für das Eisentor, zugemauert. Siehe zweites Bild oben. Das dauerte zwei Wochen. Ganz schön lange, dachte ich, aber sie haben schließlich auch nicht so viele Versuche. Halloooo! Die mauern eine echte Mauer! Die geht nicht mit entf oder Strg+Z wieder weg!
Als ich den älteren Maurer fragte, warum er Maurer geworden sei, sagte er, dass er sich damals für Mörtel interessiert hätte. Ich schmiegte meine Hand ans Mauerwerk und empfahl ihm Das Büro von J. J. Voskuil.

Mittwochs riecht es hier übrigens nach frisch geräucherten Schweinewürstchen.
Wer mag, kann gerne vorbeikommen und wir setzen uns zusammen ans offene Fenster.

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