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der 1-Finger-Death-Punch

Wir aßen gerade Erdbeeren, als sie unvermittelt ihren Zeigefinger in mein Auge stach. Ein Schmerz, als hätte ein Frettchen hineingebissen oder sogar eine Bisamratte! Dann ging es erst einmal wieder.

Doch als ich meine Tochter eine Stunde später in der Wanne planschen ließ und unbeteiligt daneben saß, spürte ich, dass mein Auge sich wie ein Garagentor allmählich schloss. Das Auge war zu. Und es ist ja so, beide Augen bewegen sich immer zusammen in alle Richtungen, oben, unten, rechts, links, schräg-links, schräg-rechts, geradeaus, halb-links – ihr wisst was ich meine. Weil das angebissene Auge unter dem Lid herumschupperte und höllische Schmerzen verursachte, während ich mit dem noch offenen linken herumschaute, schloss ich wegen der Schmerzen bereitwillig auch mein linkes Auge, um nichts mehr zu bewegen, aber auch nichts mehr zu sehen.

Mir gelang es noch, meine Tochter aus der Badewanne zu fischen und abzutrocknen, dann lief sie mir schon nackig davon.
Erst saß ich verloren im Badezimmer, hielt mir das Auge, dann erinnerte ich mich an die Vaterschaftsanerkennung, die ich zwei Jahre zuvor unterschrieben hatte, und die Pflichten, die ich auf 24 Seiten damit eingegangen war. Auch die Hausdiener waren bereits im Feierabend, ich hatte sie für den Nachmittag gönnerhaft freigestellt, ebenso wie die Strickoma, die ich Dienstag Nachmittags zur Belustigung meiner Tochter auf dem Balkon Tiere stricken ließ (sie hatte gerade die Big Five abgeschlossen) – es lag an mir.

Ich schaffte es bis in die Küche. Um mich neu zu orientieren, riss ich unter Schmerzen die Augen auf und erkannte am Mülleimer verschwommen ein Franzbrötchen.

Von irgendwo hörte ich laufende Kinderfüße und ein jubilierendes Kacka! Kacka! Gekackt! und wusste – das ist gar kein Franzbrötchen.

Schnapp macht das Krokodil!

War das der Karma-Ausgleich für letzten Sonntag?
Als ich im Wohnzimmer der Nachbarn stand, wo deren 3-Jährige Tochter und eine Freundin, deren Eltern ebenfalls zu Besuch waren, bunte Stempel auf Papier drückten und ich sie fragte, ob sie schon überlegt hätten, sich einen Stempel auf die Stirn zu setzen, damit man sie besser auseinander halten könnte?
Nun, sie antworteten nicht mit Worten, aber es war ein klares Nein. Und ich spürte plötzlich einen negativen Vibe von den Eltern herüberwabern, der sich weiter verdüsterte, als einer der Väter die blaue Stempelfarbe mit einem Feuchttuch nicht abbekam, sondern nur großflächig im Gesicht verteilte.
Ich spürte es nun ganz deutlich: Es wäre besser, ich würde sofort gehen. Und das tat ich dann auch, freudig von zwei Schlümpfen verabschiedet: Schüß Meter!

Die Augenärztin, die mir am folgenden Morgen die letzten Stücke Erdbeere aus meinem Auge entfernte, war sehr freundlich. Eine größere Hornhautabschürfung. Schmerzhaft, aber schnellheilend.

Ich verbrachte den Tag mit einer kleinen Tube Gel und geschlossenen Augen auf dem Sofa und fragte mich, was eigentlich der Plan war.

Meter Mütze

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Meter Mütze

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