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Unterwegs, Dezember 2015

Hamburg, Schauspielhaus.

Max hatte mich gefragt, ob ich zur Lesung von Max Goldt mitgehen würde, er hätte spontan 4 Karten gekauft. Ich sagte zu und fand mich drei Wochen später und 20 Minuten vor Beginn der Lesung vorm Hamburger Schauspielhaus ein.

Max schrieb mir dann, dass er sich verspäten würde, aber zwei Freundinnen, die Karten Nummer 3 und 4, warteten sicher auch bereits vor dem Theater. Er beschrieb sie als braunhaarig und charmant und ich machte mich daran, sie in der wartenden Menge zu suchen, und entdeckte schließlich vor der Treppe zur U-Bahn zwei braunhaarige, hübsche Damen.

„Wartet ihr auch auf Max?“, fragte ich sie und begriff meinen Fehler sofort.
„Max Goldt, ja genau“, höhnten sie nämlich und ich war auf einmal ein Mann, der einsam herumstehende Frauen vor Theatern mit dümmlichen Sprüchen anmachte.

„Max ist ein Freund, wir gehen mit zwei Freundinnen, die er mir als charmant und braunhaarig beschrieb“, versuchte ich den Bogen zu kriegen und lachte, weil es doch vor allem komisch war. Aber die eine äffte mich bloß nach und ranzte: „Das sind wir aber nicht.“

In der Tat.

Berlin, S-Bahnhof Friedenau.

Ich wollte die S-Bahn um 9.26 Uhr Richtung Alexanderplatz noch kriegen und lief in großen Schritten die Treppe zum Gleis hoch. Oben angekommen stürzte ich dabei in meinen Hamburger Nachbarn und geschäftsführenden Herrenausstatter, hier rechts im Bild.

Was für ein Zufall! Was führte ihn an diesem Morgen an diesen Bahnhof in diese Stadt?
Bis dahin waren wir bloß on greeting Terms gewesen, aber schüttelten uns nun freudig überrascht die Hand. Er erzählte, dass er sich selbst nach Berlin strafversetzt hätte, um den Drucker in der Berliner Filiale anzuschließen und einen neuen Filialleiter einzustellen.

„Ich komme aus der Druckvorstufe, bin Jahrgang ’75 und warte nun schon seit 10 Jahren auf die Generation Internet! Aber sie kommt nicht! Niemand kann mehr einen Drucker installieren!“

Er redete, schimpfte sich geradezu in Rage, war wirklich aufgebracht, es wäre doch wirklich ein Leichtes, in der Berliner Filiale einen guten Umsatz zu machen und auch als Verkaufsberater wäre die Provision nach oben hin nicht begrenzt. Aber was war die Druckvorstufe?

Wer von euch gerade in Berlin oder Köln einen neuen Job sucht, findet bei Herr von Eden vielleicht etwas.

Zürich, Nordstraße.

Seit einigen Monaten besitze ich einen WC-Sitz mit soft Close und Lift off-Funktion. Zweckorientierter Luxus, der mir gefällt, und ich behaupte: Zwei WCs dieser Art ändern gar nichts, aber ein WC mit soft Close und Lift off ändert ALLES. Zumal Villeroy & Boch WC-Kollektionen offeriert, die mit ihren Namen Sehnsüchte bedienen, wie es der Waschmaschine WAQ28342 von Bosch nicht gelingt.

Die Kollektionen von Villeroy & Boch heißen: Amadea, Hommage, Joyce, Lifetime, Memento, Subway und Subway 2.0.

Ach Meter, NIEMALS!

Dochdoch, überzeugt euch gerne selbst, WC-Kollektionen.

Was sind eure Namensvorschläge für weitere Kollektionen? Wie wäre es zum Beispiel mit Meter?
Aber ich schweife ab.

Es schien sich jedenfalls herumgesprochen zu haben, dass ich einen außergewöhnlichen WC-Sitz besitze, bekam auch schon einmal schwarzes Klopapier geschenkt, und in Zürich, in der Nordstraße, traf ich nun ein Unternehmen, das sich mit the vision of elevating toilet hygiene to beauty care schmückt und mir als Testimonial eine Startbox zur Verfügung stellte:

Mit der Bitte, es im Newsletter zu platzieren.

Macht damit was ihr wollt!
Mir reicht fürs Erste soft Close und Lift off.

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Meter Mütze

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Meter Mütze

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