Schweigegeld zahlen

Ihr seht es schon, ich habe mich grafisch neu aufgestellt. Aufstellen müssen.Mein Nachbar Martin macht das professionell, auch wenn Nachbarn sonst vor allem stören. Aber weil es Martins Fenster zum Schacht war, das ich nutzte, um den Weihnachtsbaum herunter zu lassen und weil er im Haus somit der einzige Mitwisser ist, verlangte das Schwein von mir Schweigegeld.

Wir einigten uns auf den Auftrag zur Postmodernisierung von mischgemuese.com als metermuetze.de.
Das ist aber eigentlich total unwichtig, okay, es wäre von Vorteil, wenn ihr diese Email eurem Adressbuch als Kontakt hinzufügt, damit ich zukünftig nicht im Spam lande, in der Hauptsache hoffe ich, dass Martin fortan Ruhe gibt.
Falls nicht, werde ich philosophisch gegen ihn vorgehen. Mit Erkenntnistheorie, aber auch nihilistisch und utopisch.

Ich brauche neue Feinde – habe ich gestern erst gedacht.

Einen langweilig-pingeligen Chef mit Kontrollanrufen, einen hilflosen Kollegen, im Tischtennis dafür klar besser, einen Mitbewohner, der sich einfach so weigert, das Geschirr abzuwaschen. Philosophisch gescheiterte Existenzen, die ein falsches Leben im richtigen führen und sich auf Mindgames verlegt haben.

Stattdessen gehe ich spazieren und stelle mir das Geräusch atmender Kühe vor. Eine Kuh, zwei Kühe, drei Kühe. Ein Kuh-Bariton, eine Kuh-Sopranistin, ein Shanty-Chor aus Kühen – what shall we do with the drunken sailor!
Oder wie es wäre die einzige Person im Internet zu sein. Amazon ohne Produktrezensionen, ein leerer Facebook-Feed, keine Emails vom reichen Prinzen aus Nairobi.
Oder einfach in den Wald zu gehen, tief in den Wald hinein, sich gänzlich dem Wald zu überlassen und nichts weiter.

Aber wem es gelingt, einen gebrauchten Toilettensitz bei Amazon zu verkaufen, der hat keine Feinde mehr.
So wie ich.

 

 

 

 

 

Halb gebraucht, halb neu,
Meter

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